
Medizin studieren in Österreich oder im Ausland: Deine Möglichkeiten

Wenn es um Medizin studieren in Österreich und im Ausland geht, ist der Weg dorthin oft herausfordernd. Besonders in Deutschland stellt der Numerus Clausus (NC) eine große Hürde dar, während in Österreich der Medizinische Aufnahmetest (MedAT) entscheidet.
Doch was ist der beste Weg ins Medizinstudium? Solltest du in Österreich, Deutschland oder im Ausland studieren? Welche Vor- und Nachteile bieten die verschiedenen Wege? Und wie sieht es für internationale Studierende aus, die in Österreich Medizin studieren möchten?
Medizin studieren in Österreich – Warum lohnt es sich?
Kein NC – stattdessen Aufnahme über den MedAT
Österreich ist für viele Studieninteressierte aus Deutschland und anderen EU-Staaten ein interessanter Studienort. Das liegt vor allem daran, dass es keinen Numerus Clausus gibt und die Aufnahme über den MedAT geregelt wird. Wer sich intensiv auf diesen Test vorbereitet, kann unabhängig von Schulnoten einen Studienplatz bekommen.
Keine Sprachbarriere
Ein weiterer Vorteil ist, dass das gesamte Studium auf Deutsch abgehalten wird. Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern, in denen Medizinstudiengänge oft nur auf Englisch oder anderen Sprachen angeboten werden, gibt es in Österreich keine Sprachbarrieren.
Geringe Studiengebühren
Auch die niedrigen Studiengebühren an öffentlichen Universitäten machen das Land attraktiv. Anstatt mehrere tausend Euro pro Semester zu zahlen, müssen Studierende hier lediglich einen geringen Semesterbeitrag entrichten.
Hochwertige Ausbildung mit viel Praxis
Das Studium in Österreich ist praxisnah und forschungsorientiert aufgebaut. Schon in den ersten Jahren haben Studierende Kontakt mit Patient:innen und können in Kleingruppen arbeiten. Die Universitäten setzen auf eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis, sodass Absolvent:innen optimal auf den Berufsalltag vorbereitet sind.
Zulassung zum Medizinstudium in Österreich
In Österreich entscheidet der MedAT, der medizinische Aufnahmetest, über die Vergabe der Studienplätze. Die Plätze werden nach Quoten vergeben: mindestens 75 % für Österreicher:innen, bis zu 20 % für EU-Bürger:innen, bis zu 5 % für Nicht-EU-Bewerber:innen.
Welche Medizinische Universitäten bietet Österreich?
In Österreich kann man die Anzahl der medizinischen Universitäten beinahe schon an einer Hand abzählen. Da gibt es zum einen die drei öffentlichen Unis: Medizinische Universität Wien (MUW), Medizinische Universität Innsbruck (MUI), Medizinische Universität Graz (MUG) und die medizinische Fakultät in Linz (JKU). Diese erfahren jedes Jahr einen enormen Andrang.
Um die Chancen auf ein Medizinstudium in Österreich zu vergrößern, bewerben sich einige Werbende an mehreren Universitäten, unter anderem an den drei privaten Medizinunis: Paracelsus Medizinische Privatuniversität, mit je einem Standort in Salzburg (PMU) und Nürnberg, Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften in Krems (KL) und Sigmund Freud Privatuniversität in Wien (SFU).
Öffentlich Medizin in Österreich studieren (MUW, MUI, MUG, JKU)
Medizin studieren an der medizinischen Universität Wien
Studienplätze: 772
Humanmedizin: 692
Zahnmedizin: 80
Diplomstudium, 12 Semester (360 ECTS) Abschluss: Dr. med. univ.
Keine Studiengebühren in der Regelstudienzeit
Die Stadt Wien ist mit aktuell 772 Medizinstudienplätzen pro Jahr die größte Medizinische Universität in Österreich, 80 Plätze davon werden Zahnmediziner:innen zugeschrieben.
Das Studium besteht aus Vorlesungen, Seminaren und Praktika, wobei Anwesenheit nur in den Seminaren und Praktika verpflichtend ist. Diese haben einen prüfungsimmanenten Charakter, daher ist gute Vorbereitung essenziell.
Studierende werden zu Beginn jedes Semesters Kleingruppen zugewiesen, in denen sie alle praktischen Kurse gemeinsam absolvieren – eine gute Gelegenheit, um Kontakte zu knüpfen. Der Lehrstoff wird durch Blockprüfungen oder SIPs (Summative Integrative Prüfungen) abgefragt.
Medizin studieren an der medizinischen Universität Innsbruck
Studienplätze: 420
Humanmedizin: 380
Zahnmedizin: 40
Diplomstudium, 12 Semester (360 ECTS) Abschluss: Dr. med. univ.
Keine Studiengebühren in der Regelstudienzeit
Das Studien- bzw. Prüfungssystem ist an den Standorten Wien und Innsbruck sehr ähnlich aufgebaut. So setzt sich die Benotung aus verschiedenen Prüfungen und Aktivitäten zusammen. An- und Abwesenheiten bei Pflichtveranstaltungen werden ebenso in die Note mit einberechnet wie praktische Fähigkeiten.
Am Ende jedes Studienjahres wird an diesen beiden Universitäten das Wissen in einer summativen Gesamtprüfung über den Stoff des Studienjahres, besser bekannt als SIP und KMP, abgeprüft.
Medizin studieren an der medizinischen Universität Graz
Studienplätze: 360
Humanmedizin: 336
Zahnmedizin: 24
Diplomstudium, 12 Semester (360 ECTS) Abschluss: Dr. med. univ.
Keine Studiengebühren in der Regelstudienzeit
Das Studium in Graz und Linz ist in den ersten beiden Jahren ähnlich aufgebaut, da 120 Linzer Studierende die ersten vier Semester in Graz absolvieren.
Im Vergleich: Der Lernstoff wird hier in Modulen unterrichtet und in Seminaren und Übungen (85% Anwesenheitspflicht) in Kleingruppen vertieft. Der Stoff wird zum Abschluss jedes Moduls in kleineren, manchmal auch mündlichen Prüfungen abgefragt. Diese finden ca. alle sechs Wochen statt (in der Regel sind das drei Prüfungen pro Semester).
Im Gegensatz zur MedUni Wien und Innsbruck finden in Graz und Linz keine SIPs und KMPs statt. Die Schwerpunkte des Studiums unterscheiden sich vom gewählten Standort. Jede Universität hat sich auf einen anderen Aspekt der Medizin spezialisiert. So wird in Graz viel Wert auf Praxis gelegt.
Medizin studieren an der medizinischen Universität Linz
Studienplätze: 320
Humanmedizin: 320
Zahnmedizin: 0
Bachelor-Master-System, 12 Semester (360 ECTS); Abschluss: Dr. med. univ.
Keine Studiengebühren in der Regelstudienzeit
In Linz liegt der Fokus auf Versorgungsforschung und Altersforschung. Der Aufbau des Studiums ist aber dennoch an allen Unis sehr ähnlich.
In den ersten beiden Semestern werden neben ersten Grundlagen auch Grundkompetenzen vermittelt, welche man als Arzt benötigt. Hierzu gehören beispielsweise soziale Kompetenz und Erste Hilfe.
Private Medizinische Universitäten in Österreich (PMU, KL, SFU)
Privatuniversitäten bieten eine alternative Studienmöglichkeit für angehende Medizinerinnen und Mediziner, die nach mehr Flexibilität suchen oder die anspruchsvollen Aufnahmeverfahren staatlicher Universitäten umgehen möchten. Sie zeichnen sich durch spezielle Programme aus, die sich in Studiendauer, Gebühren und Zugangsvoraussetzungen von öffentlichen Hochschulen unterscheiden.
Medizinstudium an der Paracelsus medizinischen Privatuniversität Salzburg
Dauer: Fünf Jahre (360 ECTS) Abschluss: Dr. med. univ. ab.
Anmeldegebühr: 290 €
Studiengebühren: 21.500 Euro pro Jahr inkl. ÖH Beitrag: 24,70 €/Semester
Salzburg: 75 Studienplätze
Nürnberg: 55 Studienplätze
Bewerbungs- und Aufnahmeverfahren
Phase 1: Online-Bewerbung
- Das Bewerbungsformular online ausfüllen und erforderliche Dokumente hochladen
- Nach dem Einreichen erhältst du die Rechnung für die Bewerbungsgebühr
Phase 1: Aufnahmetest
- Testinhalte: Logik, Persönlichkeitsmerkmale und naturwissenschaftliches Wissen auf Matura-/Abiturniveau
- Sprachvoraussetzungen: Deutsch (C1) und Englisch (Matura-Niveau)
- Das Testergebnis bestimmt zu 80 % das Gesamtergebnis, Schulnoten machen 20 % aus
- Die besten Bewerber*innen werden zum Interview eingeladen
Phase 2: Aufnahmegespräch
- Persönliches Interview zur besseren Einschätzung deiner Motivation und Erwartungen
- Die Aufnahmekommission entscheidet über die Vergabe der Studienplätze
Studienkosten an der PMU
- Anmeldegebühr: 290 €
- Jährliche Studiengebühren: 21.500 € bis 22.164 € (inkl. ÖH-Beitrag: 24,70 €/Semester)
- Gesamtkosten Bachelorstudium: 66.079 € für sechs Semester (inkl. Anmelde- und Prüfungsgebühren)
- Masterstudium: 43.000 €
- Gesamtkosten bis zum Abschluss: Mindestens 109.079 €, zzgl. ÖH-Beitrag und Lebenshaltungskosten
- Zusätzliche Gebühren: Im dritten Jahr fällt die Prüfungsgebühr für den USMLE Step 1 an
Beispiel für das erste Studienjahr:
Gesamtkosten: 21.815 € (Studiengebühr: 21.500 €, Anmeldegebühr: 290 €, Mantel: 25 €)
Weitere Informationen zum Medizinstudium und zum Bewerbungsverfahren findest du hier.
Medizinstudium an der Karl Landsteiner Privatuniversität Krems
Dauer: 6 + 6 Semester (360 ECTS) Abschluss: Dr. med. univ.
Studienplätze:
135 (Bachelor),
115 (Master)
Bearbeitungsgebühr: 400 €
Studiengebühren: 10.500 €/Semester
Für einen der 135 Studienplätze durchlaufen Bewerber:innen ein zweiteiliges Auswahlverfahren.
Schriftlicher Eignungstest
- Sprache: Englisch
- Dauer: Ca. 2 Stunden
- Ziel: Überprüfung relevanter kognitiver Fähigkeiten für ein erfolgreiches Studium
- Voraussetzungen: Kein spezifisches Fachwissen erforderlich, Schulnoten spielen eine untergeordnete Rolle
Die Testergebnisse werden innerhalb von 10–14 Tagen ausgewertet. Wer zu den besten Kandidat:innen gehört, wird zum nächsten Schritt eingeladen.
Persönliches Aufnahmegespräch
- Fokus auf soziale und emotionale Kompetenzen, Motivation und wertebasiertes Problemlösen
- Struktur: Sechs kurze Szenarien mit sechs verschiedenen Lektor:innen der KL Krems
- Besonderheit: Zwei der Szenarien beinhalten Rollenspiele mit Schauspieler:innen
Studienkosten an der KL Krems
- Studiengebühren: 10.500 € pro Semester
- Gesamtkosten für Bachelor- und Masterstudium: 63.400 € (inkl. Bearbeitungsgebühr für das Aufnahmeverfahren)
- Zusätzliche Ausgaben: ÖH-Beitrag, Kosten für Unterlagen und Lehrmaterial sowie Lebenshaltungskosten
Detaillierte Infos zum Humanmedizinstudium an der KL Krems findest du hier.
Medizinstudium an der Sigmund Freud Privatuniversität in Wien
Dauer 6 + 6 Semester (360 ECTS) Abschluss: Dr. med. univ.
Bearbeitungsgebühr: 700 € Studiengebühren: 13.250 €/Semester
Studienplätze: 220
170 (Humanmedizin)
50 (Zahnmedizin)
Für die Zulassung zum Medizinstudium an der SFU MED ist ein mehrstufiges Auswahlverfahren erforderlich. Die Bewerbung erfolgt über das SFU-Bewerbungstool, gefolgt von verschiedenen Testungen an der Fakultät für Psychologie. Die Anzahl der Studienplätze ist begrenzt, das Aufnahmeverfahren endet, sobald alle Plätze vergeben sind.
Ablauf des Aufnahmeverfahrens
-
Online-Bewerbung
- Auswahl der gewünschten Studienrichtung im Bewerbungstool
- Überweisung der Bearbeitungsgebühr (diese wird nicht mit den Studiengebühren verrechnet)
-
Terminvergabe
- Nach erfolgreicher Bewerbung wird ein persönlicher Testtermin zugewiesen
-
Testungen
- Kognitiver Fähigkeitstest
- Überprüfung der Biologiekenntnisse
- Online-Bewerbungsgespräch
- Zusätzlicher praktischer Test für Zahnmedizin-Bewerber:innen
-
Ergebnisbekanntgabe & Studienvertrag
- Bei erfolgreicher Aufnahme wird der Ausbildungsvertrag übermittelt
-
Studienzulassung
- Die endgültige Immatrikulation erfordert eine persönliche Anwesenheit vor Ort
Studienkosten an der SFU
- Studiengebühren pro Semester: 13.250 €
- Gesamtkosten für Bachelor- und Masterstudium: 162.700 € (inkl. Bearbeitungsgebühr für das Aufnahmeverfahren)
- Zusätzliche Ausgaben: ÖH-Beitrag, Kosten für Lernmaterialien und Unterlagen sowie persönliche Lebenshaltungskosten
Weitere Informationen zum Medizinstudium an der SFU findest du hier.
Zahnmedizinstudium an der Danube Private University Krems
Dauer: 12 Semester
Abschluss: Dr. med. dent.
Studiengebühren: 14.175 €/Semester
Studienplätze: 96 (48/Semester)
Um an der DPU studieren zu können, benötigst du eine allgemeine Hochschulreife (z. B. Matura oder Abitur) sowie eine „besondere Universitätsreife“, die naturwissenschaftliche Grundlagen und gegebenenfalls Lateinkenntnisse umfasst.
Ablauf der Bewerbung
-
Einreichung der Bewerbungsunterlagen
- Antrag auf Zulassung
- Lebenslauf
- Motivationsschreiben
- Nachweise zur Hochschulreife
-
Aufnahmeverfahren
- Schriftlicher Test mit Fragen zu Biologie, Chemie und Physik
- Aufnahmegespräch in Deutsch, bestehend aus einem Multiple-Mini-Interview (MMI) sowie einem kurzen Fachgespräch über naturwissenschaftliche Grundlagen
-
Studienplatzvergabe
- Die Entscheidung erfolgt auf Basis der persönlichen Eignung:
- Schulleistungen
- Motivation
- Naturwissenschaftliches Wissen
- MMI-Ergebnis
- Die Entscheidung erfolgt auf Basis der persönlichen Eignung:
Das Auswahlverfahren folgt dem „Matura-plus-Konzept“, bei dem nicht nur die Reifeprüfungsnote zählt, sondern auch deine fachliche und persönliche Eignung für das Studium.
Studienkosten an der DPU
- Studiengebühren pro Semester: 14.175 €
- Gesamtkosten für das Studium (12 Semester): 170.100 €
- Zusätzliche Ausgaben: Kosten für Instrumente, Materialien sowie persönliche Lebenshaltungskosten
Wenn du dich für das Zahnmedizinstudium an der DPU interessierst, bist du hier genau richtig.
Welche Kosten erwarten mich beim Studium an einer Privatuniversität?
Du fragst dich, mit welchen Ausgaben du rechnen musst? In unserem Artikel beantworten wir genau diese Frage – hier findest du alle wichtigen Infos auf einen Blick!
Standort & Anbindung der MedUnis in Österreich
Die MedUni Wien ist kompakt aufgebaut, die Gebäude liegen nahe beieinander am AKH Wien. In Innsbruck sind die Gebäude etwas weiter verteilt, das Krankenhaus grenzt jedoch direkt an die Uni. Graz baut derzeit eine neue Vorklinik nahe den Ambulanzen des LKH Graz, während die alte Vorklinik (Anatomie) etwa 15 Gehminuten von der Klinik entfernt ist. In Linz sind die universitären Einrichtungen in unmittelbarer Nähe zum Kepler Universitätsklinikum .
Bei der Wahl des Wohnorts sollte man auf die Nähe zur Uni und Klinik achten, um Zeit zu sparen. Schon 10 Minuten kürzere Anfahrtszeit täglich summieren sich auf rund 50 Stunden pro Jahr – ein entscheidender Vorteil für ein intensives Studium.
Für eine erfolgreiche Aufnahme zum Medizinstudium ist es eigentlich fast unumgänglich, sich an mehreren Universitäten gleichzeitig zu bewerben. So kommt es auch immer wieder vor, dass sich Werbende sogar an mehr als fünf verschiedenen MedUnis bewerben… und dann zumindest an einer genommen werden! 🙂
Medizin studieren in Österreich für Bewerber:innen aus dem Ausland – Geht das?
Ja! Österreich erlaubt es internationalen Studierenden, sich für das Medizinstudium zu bewerben. Allerdings gibt es einige wichtige Punkte zu beachten:
Wer darf sich bewerben?
- EU-Bürger:innen (z. B. Deutsche) können ganz normal am MedAT teilnehmen und um die 20 % der Studienplätze kämpfen.
- Nicht-EU-Bürger:innen haben eine geringere Chance (nur 5 % der Plätze).
- Mindestvoraussetzung: Ein Schulabschluss, der zum Studium befähigt, also der Matura gleichgestellt wird.
Sprachvoraussetzungen:
- Das Studium findet auf Deutsch (C1-Niveau) statt.
Unabhängig von der Herkunft müssen alle Studierenden, die Deutsch nicht als Muttersprache haben, einen Sprachnachweis auf C1-Niveau erbringen. Das ist notwendig, um dem Unterricht problemlos folgen und später mit Patient:innen kommunizieren zu können.
Studiengebühren:
Als Deutsche:r in Österreich Medizin studieren?
Viele deutsche Studierende entscheiden sich für ein Medizinstudium in Österreich – nicht nur wegen des MedAT als alternative Zulassungsmöglichkeit, sondern auch wegen der geografischen Nähe zu Deutschland. Besonders Innsbruck ist eine beliebte Wahl, da die Stadt gut erreichbar ist und viele deutsche Studierende anzieht.

Als ich mich für den MedAT angemeldet habe, war für mich schnell klar, dass ich in Innsbruck studieren möchte. Die Stadt ist wunderschön, überschaubar und perfekt für mich, da ich aus einem Dorf komme. Ich genieße es, viel Zeit in der Natur zu verbringen, sei es beim Wandern im Sommer oder auf der Skipiste im Winter.
Besonders geholfen hat mir, dass ich hier schnell andere Deutsche kennengelernt habe – das hat mir den Einstieg enorm erleichtert. Außerdem kann ich jederzeit spontan nach Hause fahren, da Deutschland nur eine Zugfahrt entfernt ist. Innsbruck hat es mir wirklich leicht gemacht, mich wohlzufühlen – mittlerweile ist es mein zweites Zuhause geworden. 🙂
Medizin studieren in Deutschland
Viele Österreicher:innen bewerben sich jährlich für ein Medizinstudium in Deutschland. Dort entscheidet der Numerus Clausus (NC) über die Zulassung – je besser die Abiturnoten, desto größer die Chancen auf einen Studienplatz.
Grundsätzlich unterscheidet man in Deutschland drei Verfahren, wobei zu überlegen ist, für welche Verfahren und für welchen Bewerbungsort man sich entscheidet. So bietet das “Auswahlverfahren der Hochschulen” manchmal die Möglichkeit, einen freiwillig absolvierten Test (wie zum Beispiel den HAM-Nat/TMS/o.Ä.) zu berücksichtigen. Dieser kann die Chancen auf einen Studienplatz drastisch erhöhen.
Die Vergabe der Studienplätze erfolgt über drei Quoten:
Abiturbestenquote (30 %) – Zulassung nach Notendurchschnitt (ca. 1,1 oder besser). Hier zählt das Abiturzeugnis mit den ausgewiesenen Punkten. Da sich das Abiturniveau in den diversen Bundesländern unterschiedlich gestaltet, werden zunächst 16 Landesquoten gebildet. Daraus folgt eine Bundesliste.
Die gewählten Studienorte in den Bewerbungen spielen für den Rangplatz keine Rolle. Im Auswahlverfahren der Hochschulen (ADH) werden die Auswahlkriterien von den einzelnen Hochschulen festgelegt.
Auswahlverfahren der Hochschulen (60 %) – Berücksichtigung von Noten, Tests (z. B. TMS, HAM-Nat) und weiteren Kriterien wie Berufserfahrung oder Auswahlgesprächen.
Zusätzliche Eignungsquote (10 %) – Kein Einfluss der Abiturnoten, stattdessen zählen Tests, praktische Erfahrung oder soziale Dienste.
In der zusätzlichen Eignungsquote (ZEQ) spielen die Abitur- und Einzelnoten keine Rolle. Alle anderen vorhin erwähnten Punkte können hier relevant werden. Mithilfe eines Punktemodells werden die Studienplätze vergeben.
Medizin studieren im Ausland
Wer weder in Deutschland noch in Österreich einen Platz bekommt oder sich nicht auf den MedAT vorbereiten möchte, kann über ein Studium im Ausland nachdenken. Viele europäische Länder bieten Medizinstudiengänge an, oft mit weniger strengen Zulassungskriterien.
Welche EU-Länder sind besonders gefragt?
Besonders beliebt sind Universitäten in Ungarn, der Slowakei, Tschechien, Polen, Lettland und Rumänien. Diese Länder bieten englischsprachige oder sogar deutschsprachige Programme an. In Ungarn gibt es beispielsweise die Semmelweis-Universität in Budapest, die ein Medizinstudium auf Deutsch anbietet.
🇭🇺 Ungarn – Semmelweis Universität Budapest (Deutsch & Englisch)
🇸🇰 Slowakei – Comenius Universität Bratislava
🇨🇿 Tschechien – Karlsuniversität Prag
🇵🇱 Polen – Medical University of Warsaw
🇱🇻 Lettland – Stradins Universität Riga
🇷🇴 Rumänien – Victor Babes Universität Timisoara
🇭🇷 Kroatien – Medical School Split
Vorteile eines Medizinstudiums im Ausland:
- Höhere Zulassungschancen
Viele Universitäten im Ausland haben kein NC-System oder leichtere Aufnahmeprüfungen, sodass die Chancen auf einen Studienplatz oft deutlich besser sind. Manche Universitäten (z. B. Semmelweis Budapest) verzichten sogar ganz auf eine Aufnahmeprüfung. - Internationale Erfahrung & Sprachkenntnisse
Ein Studium im Ausland erweitert den Horizont. Studierende lernen nicht nur neue Kulturen kennen, sondern verbessern auch ihre Sprachkenntnisse – ein Vorteil für die medizinische Karriere. - Englischsprachige Programme verfügbar
Wer in einer internationalen Umgebung studieren möchte, findet in vielen Ländern Medizinstudiengänge auf Englisch, z. B. in Lettland, Polen oder Rumänien.
Nachteile eines Medizinstudiums im Ausland:
- Hohe Studiengebühren
Während öffentliche Universitäten in Österreich fast kostenlos sind, verlangen viele ausländische Hochschulen zwischen 6.000 und 15.000 € pro Jahr – private Unis oft noch mehr. - Lebenshaltungskosten & Umzug
Zusätzliche Kosten für Unterkunft, Reisen und alltägliche Ausgaben können das Studium teurer machen als erwartet. - Sprachbarriere in der klinischen Phase
Auch wenn das Studium auf Deutsch oder Englisch beginnt, müssen Studierende spätestens im klinischen Abschnitt oft mit Patient:innen in der Landessprache kommunizieren (z. B. Ungarisch, Tschechisch, Polnisch). - Anerkennung & Quereinstieg nicht immer sicher
Ein Wechsel nach Österreich oder Deutschland ist nicht garantiert. Manche Universitäten erkennen ausländische Studienleistungen nur teilweise an, was zu Verzögerungen führen kann.
Medizinstudium an der Semmelweis-Universität
Kein Aufnahmetest & Studium auf Deutsch
Quereinstieg nach Österreich möglich
Studiengebühr 9150 € pro Semester + einmalige Gebühren
Die medizinische Privatuniversität Semmelweis Budapest bietet eine attraktive Möglichkeit für österreichische Studierende, ihren Traum vom Medizinstudium zu verwirklichen – ganz ohne Aufnahmetest oder Interview, sofern Deutsch die Muttersprache ist. Das Studium selbst wird auf Deutsch abgehalten, allerdings sind spätestens ab der klinischen Phase Ungarischkenntnisse erforderlich, um mit Patient:innen zu kommunizieren.
Für die Bewerbung sind ein gutes Maturazeugnis, ein Motivationsschreiben und ein Lebenslauf notwendig.
Nach dem Physikum (vier Semester) gibt es die Möglichkeit, an eine andere medizinische Universität zu wechseln, beispielsweise nach Deutschland oder Österreich. Ein Quereinstieg an österreichischen MedUnis ist unter bestimmten Voraussetzungen nach 180 ECTS (JKU Linz: 150 ECTS) möglich.
Wer in Budapest bleibt, muss eine ungarische Sprachprüfung ablegen, da die klinischen Abschnitte ausschließlich auf Ungarisch stattfinden.
Lese hier mehr, wenn du dich für das Studium in Budapest interessierst.
FAQ: Medizinstudium in Österreich und im Ausland
Die Zulassung erfolgt über den Medizinischen Aufnahmetest (MedAT), der einmal pro Jahr stattfindet. Er testet Naturwissenschaften, kognitive Fähigkeiten, Textverständnis und sozial-emotionale Kompetenzen. Schulnoten oder Wartelisten spielen keine Rolle – nur das Testergebnis entscheidet.
In Österreich gibt es vier öffentliche medizinische Universitäten: Medizinische Universität Wien, Medizinische Universität Graz, Medizinische Universität Innsbruck und die Medizinische Fakultät der JKU Linz
Zusätzlich gibt es private Universitäten, die ein Medizinstudium ohne MedAT, aber mit hohen Studiengebühren anbieten.
Ja, EU-Bürger:innen können sich normal bewerben. Allerdings gibt es eine Quotenregelung, bei der 20 % der Studienplätze für EU-Bewerber:innen reserviert sind.
Für öffentliche Universitäten fallen innerhalb der Regelstudienzeit keine Studiengebühren an, nur ein ÖH-Beitrag von etwa 25 € pro Semester. Wer die Regelstudienzeit überschreitet, zahlt 363 € pro Semester (EU-Bürger:innen) bzw. 726 € (Nicht-EU-Bürger:innen). Private Universitäten verlangen hingegen bis zu 20.000 € pro Jahr.
Das Medizinstudium im Ausland ist vor allem dann eine gute Alternative, wenn man den MedAT mehr als drei Mal bzw. den TMS mehr als zwei Mal geschrieben hat und nicht noch länger auf einen Medizinstudienplatz warten möchte. Viele Universitäten in Ungarn, Tschechien, Polen oder der Slowakei bieten weniger strenge Aufnahmeverfahren und sogar Medizinstudiengänge auf Englisch an. Dafür sind allerdings soft sehr hohe Studiengebühren fällig, die eine Belastung darstellen können.
Die Studiengebühren variieren je nach Land:
Ungarn, Polen, Tschechien: ca. 6.000 – 15.000 € pro Jahr
Deutschland (Privatunis): bis zu 25.000 € pro Jahr
Österreich (Privatunis): ca. 12.000 – 20.000 € pro Jahr
Zusätzlich kommen Lebenshaltungskosten hinzu.
Das kommt auf deine Präferenzen an:
Wien: größte MedUni, AKH bekannt für Spitzenmedizin, lebendiges Studierendenleben
Innsbruck: Fokus auf Praxisnahe Ausbildung, ideal für Sport- und Naturbegeisterte, Nähe zu Deutschland
Graz: Praxisorientierter Lehrplan, neuer Campus, kleinere Studierendenstadt im Vergleich zu Wien
Linz: Moderne Uni mit innovativem Bachelor-Master-System
Die Wartezeitquote wurde bei der Zulassung zum Medizinstudium mittlerweile abgeschafft. Seit dem Wintersemester 2020/21 hast du beim Vergabeverfahren keinen Vorteil mehr, wenn du nach dem Ansammeln mehrerer Wartesemester Medizin studieren möchtest.
Das ist in Österreich eher schwierig, da private und öffentliche Universitäten unterschiedliche Curricula haben. In manchen Fällen ist jedoch ein Quereinstieg über ECTS-Anrechnung möglich.
Das Medizinstudium in Österreich ist deutlich günstiger, da es an öffentlichen Unis in der Regelstudienzeit keine Studiengebühren gibt. Im Ausland können die Kosten je nach Standort schnell auf 10.000 € pro Jahr oder mehr steigen. Verglichen mit dem Studium in Deutschland können die Lebenserhaltungskosten in Österreich teurer sein, dafür fallen in Deutschland oft Studiengebühren im Medizinstudium an.
Die monatlichen Kosten hängen stark vom Studienort ab. Durchschnittlich sollten Studierende mit folgenden Beträgen rechnen:
Miete: 400 – 600 € pro Monat
Lebensmittel: 100 – 200 € pro Monat
Öffentliche Verkehrsmittel: 0 – 187 €
Lernmaterial: 0-200 € pro Semester (nach Bedarf auch kostenlose Möglichkeiten in Uni Bibliotheken)
In Städten wie Wien oder Innsbruck sind die Kosten höher als in Graz oder Linz.
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